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Haus oder Wohnung kaufen: Vollfinanzierung lohnt nicht immer

Aufgrund der steigenden Mieten und Nebenkosten wächst in immer mehr Menschen der Wunsch in die eigenen vier Wände einzuziehen.

Dabei kommt es gerade bei jüngeren Familien vor, dass kein ausreichendes Eigenkapital zur Verfügung steht. Dann klingen die Angebote verschiedener Banken und Versicherungen nach einer Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital durchaus verlockend.

Da sich die Zinsen für Immobilienkredite derzeit auf einem niedrigen Niveau befinden gibt es teilweise Anbieter, die mit einer Finanzierung auch ohne Eigenkapital werben, zumindest für Zielgruppen mit sehr guter Bonität wie etwa Beamte. Ob sich diese jedoch auch tatsächlich lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Dies hängt von vielen Faktoren ab.

Möglichkeiten und Nachteile einer Vollfinanzierung

Eine Vollfinanzierung bietet die Möglichkeit sich relativ kurzfristig den Traum von der eigenen Immobilie zu erfüllen. Dabei wird häufig mit den aktuell günstigen Zinsen argumentiert. Durch eine Finanzierung zum jetzigen Zeitpunkt kann man sich die aktuell günstigen Zinsen sichern, anstatt noch jahrelang Eigenkapital anzusparen und die Finanzierung zu einem späteren Zeitpunkt mit schlechteren Konditionen abzuschließen.

Was auf den ersten Blick plausibel klingt, ist jedoch auch mit einigen Nachteilen verbunden. So ist der benötigte Darlehensbetrag bei einer Vollfinanzierung wesentlich höher, was zu einer wesentlich höheren monatlichen Belastung führt. Und im schlimmsten Fall, wenn sich die Zinsen in der Zukunft erhöhen, kann dies bis zur Überschuldung und dem Verlust der Immobilie führen.

Zudem verlangen die Anbieter bei Vollfinanzierungen höhere Zinssätze als bei vorhandenem Eigenkapital. Bei einer regulären Immobilienfinanzierung liegt die Beleihungsgrenze in der Regel zwischen 60 und 80 Prozent. Da bei fehlendem Eigenkapital ein höheres Ausfallrisiko besteht, berechnen die Anbieter entsprechende Aufschläge. Die hohe monatliche Belastung muss dann alleine aus dem monatlichen Einkommen bestritten werden – ein zusätzliches Risiko für die Überschuldung.

Vollfinanzierung über einen Bausparvertrag

Eine weitere Möglichkeit ohne Eigenkapital zur eigenen Immobilie zu kommen sind sogenannte Bausparsofortkredite (teils auch Bausparsofortdarlehen oder Sofortkredit mit Bausparvertrag genannt). Hierbei wird von Bausparkassen die Darlehenssumme ohne vorige Ansparphase ausbezahlt. Im Anschluss werden die zu zahlenden Zinsen zusammen mit einem Sparanteil auf einen kombiniert abzuschließenden Bausparvertrag eingezahlt.

Ist der Bausparvertrag tilgungsreif, wird das Guthaben als Tilgungsleistung herangezogen, da bisher noch keinerlei Tilgungen erfolgt sind. Hierin liegt meist auch der Nachteil dieser Finanzierung. Aufgrund der lange Zeit fehlenden Tilgungen fallen die monatlichen Zinszahlungen sehr hoch aus. Aufgrund der zusätzlich zu zahlenden Einzahlungen auf den Sparvertrag steigt auch die monatliche Belastung entsprechend stark an.

Finanzierung über eine Kapitallebensversicherung

In manchen Fällen wird eine Vollfinanzierung auch mittels einer Kapitallebensversicherung angeboten. Hierbei werden an die Bank lediglich die monatlichen Zinsen bezahlt. Zeitgleich werden die Beiträge in eine entsprechende Lebensversicherung einbezahlt. Nach Ende der Laufzeit kann dann der Kredit durch die Ablaufleistung sowie die Überschussanteile komplett getilgt werden.

Das Risiko liegt hierbei in den einberechneten Überschussanteilen. Diese können nicht im Voraus bestimmt werden. Fällt der Überschuss geringer aus, dann kann es zu einer Finanzierungslücke kommen und der Kredit kann nicht komplett getilgt werden. Der Darlehensnehmer muss in diesem Fall eine weitere Finanzierung aufnehmen, was zu zusätzlichen Kosten führt.

Für wen eignet sich eine Vollfinanzierung?

Das größte Problem bei Immobilienfinanzierungen ohne Eigenkapital sind die hohen monatlichen Belastungen. Da alleinig die Immobilie selbst als Sicherheit vorhanden ist, werden durch die Banken entsprechende Risikoaufschläge erhöben. Durch eine gemeinschaftliche Finanzierung lässt sich das Risiko senken. Idealerweise steht neben dem eigenen Ehepartner noch ein weiteres Familienmitglied oder ein Bürge zur Verfügung.

In diesem Fall können die Finanzierungsangebote wesentlich günstiger ausfallen. Vollfinanzierungen sind nur für Personen mit einem entsprechend hohen und vor allem auch sicheren Einkommen geeignet. Steht dies nicht zur Verfügung, so ist von einer Finanzierung ohne Eigenkapital abzuraten. Experten empfehlen generell ein Eigenkapital von 20 Prozent der benötigten Summe in die Finanzierung einzubringen.

Wer eine Vollfinanzierung möchte, um sich die niederen Zinsen zu sichern, dem bieten sich durchaus auch andere Möglichkeiten. So bietet sich hierzu beispielsweise ein Forward-Darlehen an. Ein Forward-Darlehen kann zum aktuellen Zinssatz aufgenommen werden, die Auszahlung des Darlehens erfolgt allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt. Der maximale Zeitraum bis zur Auszahlung beträgt dabei in der Regel 60 Monate.

Für alle diese Varianten sollte man sich im Zweifelsfall Hilfe bei einer unabhängigen Verbraucherberatung holen, da diese die Risiken besser erkennen kann, die mit den einzelnen Darlehensformen verbunden sind.

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Kredit Angebote

Dispositionskredite meist viel zu teuer – Umschuldung oder Schuldenfalle droht

Egal ob es der Umzug in eine neue Wohnung, die notwendige Autoreparatur oder der wohlverdiente Urlaub ist. Viele Verbraucher nutzen für notwendige Anschaffungen oder zur Erfüllung von lange gehegten Wünschen den eingeräumten Dispokredit.

Oftmals wird dabei jedoch nicht auf die dabei entstehenden Kosten geachtet. Wird der Dispositionskredit nicht zügig zurückgezahlt, dann droht schnell die Schuldenfalle. Im Zweifel muss der Dispo durch eine Umschuldung getilgt werden.

Dispositionskredite sind zumeist teuer

Auch wenn auf dem Konto kein Guthaben mehr vorhanden ist, erhalten Kunden dennoch Geld von ihrer Bank. Denn viele Institute räumen für ihre Kunden großzügig einen Dispositionskredit ein. Die Höhe richtet sich dabei nach dem monatlichen Einkommen und liegt in der Regel zwischen 2 und 3 Monatsgehältern.

Dispokredite bieten die Möglichkeit flexibel zu bleiben, sollten jedoch nicht über einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen werden rät auch Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen. Der große Vorteil liegt dabei in der einfachen Handhabung. So muss nicht erst ein Kreditantrag gestellt werden, sondern das Geld ist direkt verfügbar.

Doch gerade hierin liegt auch eine gewisse Gefahr. Denn die Zinsen, die für einen Dispokredit erhoben werden sind nicht unerheblich, wodurch Dispokredite im Vergleich zu einem Ratenkredit deutlich teurer sind.

Kontostand im Auge behalten

Um zu verhindern, dass der Dispokredit zur Schuldenfalle wird, empfiehlt es sich, den Kontostand genau im Auge zu behalten. Verbraucher, die mit ihrem Konto mehrere Monate hintereinander im Minus sind, sollten in jedem Falle ihr Ausgabeverhalten überprüfen. Für den Fall, dass die monatlichen Belastungen über den Einnahmen liegen, droht schnell eine Überschuldung. Ein erster Schritt kann darin liegen, die monatlichen Kosten zu senken.

Oftmals hilft schon der Wechsel zu einer günstigeren Versicherung oder einem anderen Stromanbieter dabei die Kosten zu senken. Lässt sich der Dispo nicht mehr zurückführen, dann empfiehlt sich in den meisten Fällen eine Umschuldung. Denn Ratenkredite sind wesentlich günstiger. Allerdings treten die Banken nicht von sich aus an den Kunden heran, sodass dieser sich selbst nach einer entsprechenden Möglichkeit erkundigen muss.

Sind die monatlichen Kosten auf Dauer zu hoch, sollte zudem rechtzeitig eine unabhängige Schuldnerberatung aufgesucht werden. Es droht sonst unter Umständen der Verlust der Wohnung, wenn irgendwann auch die Miete nicht mehr bezahlt werden kann.

Deutsche Banken bei Dispozinsen Spitze

Für die europäischen Banken bietet die Finanzkrise durchaus die Möglichkeit auf attraktive Einnahmen. So leihen die Banken sich zu günstigen Konditionen Geld bei der Europäischen Zentralbank und verleihen dieses dann teuer an ihre Kunden weiter. Die Dispozinsen in Deutschland gehören zu den höchsten in ganz Europa. Verbraucherschützer nutzen bereits seit längerer Zeit das Wort Wucher, wenn es um die Zinsen geht, welche hierzulande für einen Dispositionskredit verlangt werden.

Zwar waren es 2008 noch durchschnittlich über 12 Prozent, jedoch ist der Leitzins der EZB seither gesunken. Dagegen fiel die Zinssenkung bei den Dispositionskrediten sehr moderat aus. Höhere Zinssätze wurden nur in den Krisenländern Irland, Portugal und Griechenland verlangt. Dagegen lagen die durchschnittlichen Dispozinsen in den Niederlanden deutlich niedriger, auch in manchen anderen europäischen Ländern.

Gesetzliche Regelungen nicht in Sicht

Damals hatte das Verbraucherministerium bekannt gegeben, die erhobenen Zinsen für Dispositionskredite zu prüfen. Nach Ansicht der ehemaligen Verbraucherschutzministerin Aigner sei es völlig unverhältnismäßig, dass die Banken sich über die EZB billiges Geld beschaffen und im Gegenzug ihre Kunden so stark zur Kasse bitten.

Nach Ansicht der Verbraucherzentralen sollte es per Gesetz festgelegte Obergrenzen für die Höhe der Dispozinsen geben. Allerdings hat die Bundesregierung diesen Forderungen bisher eine klare Absage erteilt. Verbrauchern bleibt somit auch zukünftig nur die Möglichkeit die Konditionen zu vergleichen und eine längerfristige Nutzung des Dispos zu vermeiden.

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Geldanlage

Wie gut sind die „grünen“ Banken wirklich?

Die Nachrichten von überzogenen Boni für Manager von Banken oder Investment-Bankern die Milliarden „verzocken“ und dabei noch auf unsoziale Rohstoffinvestitionen setzen verärgern so manche.

Aus diesem Grund erfreuen sich Banken mit sozial-ökologischen Grundsätzen derzeit großer Beliebtheit. Kunden können bei diesen zum Teil selbst festlegen, wofür Ihre angelegten Gelder verwendet werden. Doch wie gut sind die Konditionen?

„Grüne Banken“ kaum bekannt

Auch wenn sich viele Deutsche über die Raffgier mancher Banker ärgern, möchten die wenigsten deshalb gleich ein Zelt einem Camp der Occupy-Bewegung beziehen. Jedoch wechseln seit Ausbruch der Finanzkrise immer mehr Kunden zu Banken, die mit ökologisch-sozialen Grundsätzen werben. Einige dieser Unternehmen sind bereits seit Jahren auf dem Markt, konnten jedoch erst in den letzten Jahren mit einem Wachstum zwischen 20 und 30 Prozent aufwarten.

Obwohl sich eine Vielzahl von Verbrauchern für sozial-ökologische Bankangebote interessiert, wissen etwa drei Viertel davon nicht, um was es dabei genau geht. Dies hat eine jüngste Studie ergeben. Der Grund liegt vor allem darin, dass es sich bei den meisten dieser Anbieter um Direktbanken handelt, die auf eine groß angelegte Werbung verzichten.

Derzeit gibt es in Deutschland drei große Geldinstitute, die sich auf sozial-ethische Anlagen spezialisiert haben. Dies sind die Ethikbank, die Umweltbank sowie die GLS Bank.

Unterschiedliche Grundsätze der Anbieter

Die GLS-Bank verspricht Kunden, dass diese bereits bei der Eröffnung eines Kontos festlegen können, in welche Bereiche die Ersparnisse investiert werden. Zur Auswahl stehen dabei ökologisch und sozial sinnvolle Projekte wie beispielsweise Windparks, Molkereien für Öko-Milch oder spezielle Einrichtungen für Menschen mit Behinderung.

Auch wenn es um die Vergabe von Krediten geht, wird nach ökologisch-sozialen Grundsätzen gehandelt. So werden beispielsweise günstige Kredite für den ökologischen und nachhaltigen Bau von Eigenheimen vergeben. Die Ethikbank engagiert sich unter anderem stark bei der Investition in Solar- und Windkraftanlagen sowie anderer Umweltprojekte. Für alle vier Institute gilt, dass keine Geschäfte mit Unternehmen getätigt werden, die beispielsweise Waffen herstellen, Tierversuche durchführen oder gegen die Menschenrechte verstoßen.

Im Detail werden die Begriffe ökologisch und ethisch jedoch von allen Anbietern etwas unterschiedlich ausgelegt. Deshalb sollten sich Kunden vor einer Entscheidung die Angaben der Banken hierzu genau miteinander vergleichen. Ein Beispiel hierfür ist der Konzern Henkel. Laut GLS ist Henkel der einzige Konzern im DAX, welcher die Investitionskriterien erfülle.

Dagegen investiert die Ethikbank nicht in Aktien von Henkel, da diese nach Angaben der Bank sowohl Tierversuche durchführen als auch an der Herstellung von Waffensystemen beteiligt sind. Dafür investiert die Ethik Bank in fünf andere DAX-Konzerne, die wiederum für die anderen Banken tabu sind.

Wie gut sind die Konditionen?

Bisher bieten die GLS und die Ethikbank für Kunden ein Girokonto an. Die Kosten für ein Girokonto sind mit denen anderer Banken durchaus vergleichbar. Für manche Konten, etwa im Geschäftskundenbereich, wird jedoch teilweise eine Mitgliedschaft benötigt, zusätzlich zu den Kontoführungsgebühren. Klar ist, dass nachhaltiges Banking nicht umsonst zu haben ist, dennoch lohnt sich hier ein Preisvergleich für private Kunden, die sparen müssen.

Auch wenn GLS und Ethikbank keine Filialen besitzen, ist ein kostenloser Bargeldbezug dennoch an den etwa 18.000 Geldautomaten der Volks- und Raiffeisenbanken sowie bei den Sparda-Banken möglich. Was Geldanlagen wie Tagesgeldkonto oder Festgeld angeht, können die sozial-ökologischen Anbieter ebenfalls mit den meisten Filialbanken mithalten. Es gibt jedoch einige Direktbanken mit wesentlich besseren Konditionen.

Sicherheit der angelegten Gelder

Natürlich spielt auch das Thema Sicherheit eine wichtige Rolle, wenn man sich für eine bestimmte Bank entscheidet. GLS und Ethikbank gehören dem Einlagensicherungsfonds der Volks- und Raiffeisenbanken an. Dieser versichert, dass alle angeschlossenen Banken vor einer Insolvenz geschützt und die Anlagen der Kunden damit komplett abgesichert sind.

Bei der Umweltbank greift lediglich die gesetzliche Einlagensicherung, die Anlagen bis zu 100.000 bei einer Insolvenz der Bank schützt.

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Kredit Angebote

Autokauf und Finanzierung ohne Anzahlung – Vorsicht vor Lockangeboten

Das Auto ist nach wie vor des Deutschen liebstes Kind. Gerade bei jungen Erwachsenen wächst nach dem Erwerb des Führerscheins auch schnell der Wunsch nach dem eigenen Auto.

Da die meisten jungen Leute nicht über das benötigte Kapital verfügen, bleibt für den Autokauf oftmals nur der Weg dieses zu finanzieren. Da in der Regel auch das Geld für eine erforderliche Anzahlung fehlt, wird das Fahrzeug oft zu 100 Prozent finanziert. Dabei lauern für Autokäufer einige Gefahren.

Vorsicht vor Lockangeboten

Vielfach werben die Banken und Hersteller mit vermeintlich günstigen Autofinanzierungen und geringen Raten. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, da diese Finanzierungen zumeist eine größere Schlussrate beinhalten. Gerade wenn keine Anzahlung geleistet wird, beträgt diese oftmals die Hälfte des Kaufpreises.

Hier besteht die Gefahr, dass der Autokäufer nur auf die geringe Rate zu Beginn der Finanzierung achtet und sich ein Fahrzeug kauft, dass er sich eigentlich nicht leisten kann. Das Problem besteht dabei zumeist darin, dass der Wert gerade bei hochwertigen Fahrzeugen zu Beginn wesentlich schneller als dieses abbezahlt wird. Können dann die Raten nicht mehr geleistet werden, weil sich die eigene finanzielle Situation verschlechtert, bleibt nur der Verkauf des Fahrzeugs.

Hohe Restschuld droht

Hier ist es in der Regel so, dass der Verkauf des Wagens nicht den benötigten Erlös einbringt, um den Autokredit abzulösen. Am Ende bleiben dann zum Teil hohe Restschulden übrig, ohne dass hierfür auch ein Gegenwert vorhanden ist. So können Verbraucher schnell in eine Schuldenfalle geraten.

Wer eine solche 3-Wege-Finanzierung abschließt, sollte zudem immer darauf achten, dass die Schlussrate dem Wert des Fahrzeugs zum jeweiligen Zeitpunkt entspricht. So besteht immer die Möglichkeit, das Auto an den Händler zurückzugeben und dadurch die Schlussrate auszugleichen. Wer diese nicht in einer Summe begleichen kann, hat sonst nur noch die Möglichkeit eine Anschlussfinanzierung zu wählen. Die Konditionen für diese Anschlussfinanzierungen sind zumeist sehr ungünstig, wodurch erneute Kosten für den Autokäufer entstehen.

Autofinanzierung ohne Anzahlung ist teurer

Eines sollte man sich immer vor Augen halten. Wer sein Auto ohne Anzahlung finanziert, muss in jedem Falle höhere Kosten in Kauf nehmen. Zum einen sind die monatlichen Raten um einiges höher und zum anderen fallen aufgrund des höheren Finanzierungsbetrages auch höhere Zinsen an.

Dazu kommt noch, dass viele Banken bei einer Finanzierung ohne Anzahlung den Abschluss einer Restschuldversicherung verlangen. Diese beträgt in einigen Fällen bis zu 30 Prozent des Finanzierungsbetrages. Bei einem Fahrzeug mit einem Kaufpreis von 30.000 Euro liegt die Summe der Ratenzahlungen ohne Anzahlung um bis zu 8000 Euro höher, wie wenn eine Anzahlung von 20 Prozent geleistet wird.

Auf die richtige Versicherung achten?

Wer sein Fahrzeug ohne Anzahlung finanziert, sollte in besonderem Maße auf die richtige Autoversicherung achten. Zwar ist eine Vollkaskoversicherung bei einer Finanzierung zumeist immer vorgeschrieben, jedoch weichen die Leistungen der einzelnen Versicherungen stark voneinander ab.

Auf jeden Fall sollte darauf geachtet werden, dass die Versicherung für einen möglichst langen Zeitraum einen sogenannten Neuwertzusatz anbietet. Ist dies nicht der Fall, dann ersetzt die Versicherung bei einem Diebstahl oder Totalschaden nur den aktuellen Zeitwert des Fahrzeugs. Dieser reicht dann nicht aus, um die finanzierte Summe auszugleichen.

Fazit

Wer ein Fahrzeug finanzieren möchte, sollte immer darauf achten, dass die Finanzierungssumme so gering wie möglich ist. Eine Anzahlung von 20 Prozent ist in jedem Falle zu empfehlen. Kann diese nicht geleistet werden, ist es ratsam, auf ein günstiges Fahrzeug zurückzugreifen und sich nicht von den Angeboten der Werbung blenden zu lassen.

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Finanztipps

P Konto Beratung – Hier bekommen Sie Hilfe

Das P-Konto oder auch Pfändungsschutzkonto: Wo kann man sich unabhängig beraten lassen? Und was sollte man generell beachten?

Das Pfändungsschutzkonto – kurz P-Konto – wurde zum 01.07.2010 gesetzlich eingeführt. Bankkunden erhalten auf dem P-Konto einen automatischen Schutz vor Kontopfändungen bis zur Höhe des pfändungsfreien Betrags.

Zu beachten dabei ist, dass ein gesetzlicher Pfändungsschutz nur noch über ein P-Konto möglich ist. Die bis dahin geltenden Übergangsregelungen fallen mittlerweile weg. Deshalb ist es erforderlich, dass die betreffenden Kontoinhaber die Umwandlung ihres Kontos in ein Pfändungsschutzkonto beantragen.

Was ist das P-Konto genau?

Beim P-Konto handelt es sich vom Grundsatz her um ein gewöhnliches Girokonto. Nachdem ein Antrag auf Pfändungsschutz gestellt wurde, sind alle sich auf dem Konto befindlichen Guthaben bis zu einem bestimmten Betrag pfändungssicher.

Bei bestimmten Gegebenheiten kann dieser Freibetrag auch erhöht werden. Dies gilt unter anderem wenn:

  • Unterhaltspflichtige Personen vorhanden sind
  • Für andere Personen Sozialleistungen angenommen werden
  • Einmalige Sozialleistungen eingehen
  • Kindergeld bezogen wird

Um den Pfändungsfreibetrag zu erhöhen, muss der Kontoinhaber bei seiner Bank eine entsprechende Bescheinigung vorlegen. Diese müssen von den entsprechenden staatlichen Stellen ausgestellt sein.

Wird der pfändungsfreie Betrag nicht innerhalb eines Monats aufgebraucht, wird der restliche Betrag auf den neuen Monat übertragen. In diesem sollte das Guthaben dann aufgebraucht werden, denn bei einem erneuten Übertrag auf den Folgemonat, steht das Geld den Gläubigern zu.

Allerdings hat das P-Konto gegenüber einem herkömmlichen Girokonto einige Einschränkungen. So kann dieses nur als Guthabenkonto geführt werden. Dadurch bedingt kann der Kontoinhaber keinen Dispokredit für das P-Konto erhalten. Zudem werden hierfür in der Regel keine EC-Karten, sondern nur Bankkarten der jeweiligen Bank ausgegeben. Mit diesen kann der Kontoinhaber ausschließlich an Geldautomaten des betreffenden Kreditinstituts Bargeld bezogen werden, nur in Höhe des vorhandenen Guthabens. Des Weiteren ist das Führen eines P-Kontos nicht als Gemeinschaftskonto möglich.

Einrichtung eines P-Kontos

Die Banken sind nach § 850 k ZPO dazu verpflichtet, ein Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln. Hierfür muss der Bankkunde schriftlich erklären, dass er die Umwandlung wünscht. Nach der Erklärung hat die Bank drei Tage Zeit um die Umwandlung durchzuführen.

Banken müssen auch dann eine Umwandlung durchführen, wenn für das betreffende Konto bereits eine Kontopfändung vorliegt. In der ZPO ist zudem geregelt, dass jede Person nur ein Pfändungsschutzkonto besitzen darf. Um zu verhindern, dass ein Kontoinhaber mehrere P-Konten unterhält, wird jede Einrichtung eines P-Kontos von den Banken an die Schufa gemeldet.

Zudem ist die Schufa berechtigt, den Banken darüber Auskunft zu geben, ob für den Kontoinhaber bereits ein P-Konto eingerichtet ist. Wer mehrere Girokonten besitzt, kann in der Regel frei entscheiden, welches davon in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt werden soll.

Kosten des P-Kontos

Die Umwandlung eines Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto muss generell kostenfrei erfolgen. Allerdings können die Banken danach entsprechende Kontoführungsgebühren verlangen.

Der Gesetzgeber ging davon aus, dass sich diese im Rahmen der Gebühren bei herkömmlichen Gehaltskonten bewegen. Dies ist auch dadurch begründet, dass es sich beim P-Konto nicht um ein eigenständiges Kontenmodell handelt, sondern lediglich um einen Zusatz zum herkömmlichen Girokonto. Die Realität zeigt jedoch, dass einige Banken zum Teil hohe Gebühren verlangen. Hierfür wurden einige Kreditinstitute auch bereits durch verschiedene Verbraucherschutzzentralen abgemahnt.

Beratung über das P-Konto

Schuldner sollten nun selbst aktiv werden, was die Umwandlung ihres Girokontos betrifft. Wer hierzu noch Fragen hat, kann sich bei verschiedenen Stellen unabhängig beraten lassen. So bieten beispielsweise die verschiedenen Verbraucherzentralen umfangreiche Beratungen zum P-Konto an.

Des Weiteren können sich Verbraucher auch bei den örtlichen Schuldnerberatungsstellen ausführlich über das neue Pfändungsschutzkonto informieren. Schuldner mit einem geringen monatlichen Einkommen können teils über das Amtsgericht einen Beratungsschein beantragen. Mit diesem kann er dann eine kostenfreie Rechtsberatung bei einem Anwalt in Anspruch nehmen.

Aufgrund der umfangreichen Bestimmungen zum neuen P-Konto ist eine ausführliche Beratung hierzu unbedingt zu empfehlen.

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Geldanlage

Investition mit gutem Gewissen. Was bringen nachhaltige Fonds?

Immer mehr Anleger achten bei der Geldanlage neben der möglichen Rendite auch auf soziale, ökologische und ethische Aspekte.

So ist der Markt für nachhaltige Fonds in den letzten Jahren kräftig gestiegen, während klassische Aktienfonds zum Teil Kapitalabflüsse verzeichneten.

Dennoch ist das Angebot noch recht überschaubar. Wer bei der Fondsauswahl mit wirklich reinem Gewissen investieren will, der sollte sich die jeweilige Zusammensetzung der Fonds möglichst genau anschauen. Doch lassen sich Nachhaltigkeit und attraktive Rendite wirklich miteinander vereinen?

Fondsmanager im Spagat

Anbieter von nachhaltigen Fonds versprechen bei der Auswahl der verschiedenen Aktien besonders auf soziale, ökologische und ethische Faktoren zu achten. Das Problem dabei ist, je strenger die Kriterien bei der Aktienauswahl gelegt werden, desto mehr Risiko besteht teilweise auch für den Anleger.

So sind beispielsweise Fonds die ausschließlich in Umweltbranchen investieren manchmal wesentlich anfälliger für Schwankungen, als solche die bei der Auswahl weniger wählerisch sind. Da die Auswahl an möglichen Branchen begrenzt ist, haben die Fondsmanager wesentlich weniger Möglichkeiten das Risiko zu streuen.

Selbst solide Portfolios liegen im Dreijahresvergleich oft im Minus. Dies lag unter anderem auch am Einbruch in der Solarbranche bei denen der Aktienwert einiger Unternehmen um bis zu 90 Prozent einbrach. Etwas leichter haben es da Fonds, die in sämtlichen Branchen nach Unternehmen mit Fokus auf Nachhaltigkeit suchen. Fondsmanager stehen somit vor einem schwierigen Spagat. Sie müssen einerseits das Versprechen halten ethisch zu investieren und auf der anderen Seite muss versucht werden durch eine möglichst breite Streuung das Risiko für den Anleger zu minimieren.

Rendite erfordert Kompromisse

Die Erfahrungen zeigen, dass Fonds die mit absoluter Prinzipientreue auf Nachhaltigkeit setzen, sich für Anleger nur in einigen Fällen auch finanziell auszahlen. Gefragt sind deshalb Fonds, die bei der Zusammenstellung des Portfolios pragmatischer vorgehen, ohne die sozialen, ökologischen und ethischen Grundsätze zu sehr zu vernachlässigen.

Diese Kombination aus einem möglichst hohen Maß an Nachhaltigkeit und vernünftiger Rendite ist in de letzten Jahren nur wenigen wirklich gelungen.

Festlegung auf einzelne Branchen vermeiden

Derzeit lässt sich nicht genau sagen, wie sich die einzelnen Bereiche der umweltschonenden Energien entwickeln. Deshalb sollten Anleger unbedingt auf Fonds setzen, die möglichst breit gestreut sind. Experten raten dazu, Fonds mit einem klaren Branchenfokus nur als Beimischung ins Portfolio zu legen. Gerade der Einbruch bei Aktien der deutschen Solarhersteller sollte Warnung genug sein.

Hinweis: Aktien, Fonds und ähnliche Anlageformen unterliegen Kursschwankungen. Die frühere Wertentwicklung ist hierbei kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Entwicklung. Die Beschreibung von Wertpapieren auf unserem Portal stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar.