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Wann benötige ich eine Rechtsschutzversicherung?

Die Rechtsschutzversicherung – mit den richtigen Bausteinen eine gezielte Absicherung für den individuellen Fall erreichen. Doch dabei gilt es einiges zu beachten.

Ein Rechtsstreit kann für jeden Menschen teuer werden, denn selbst wenn man im Recht ist, bekommt man es nicht automatisch auch zugesprochen. Damit sich das eigene Recht verteidigen lässt, ohne dabei viel Geld zu verlieren, bietet sich eine Rechtsschutzversicherung an. Mittlerweile hat bereits bis zu jeder zweite Haushalt in Deutschland eine solche Absicherung, um sich im Streitfall Rechtsbeihilfe leisten zu können.

Wartezeit muss beachtet werden

Die Rechtsschutzversicherung deckt die Kosten, die für Gebühren bei Gericht, den Anwalt, Zeugen oder die Bezahlung von Sachverständigen anfallen. Wichtig ist, dass beim Abschluss einer solchen Versicherung der Versicherungsschutz nicht unmittelbar eintritt. Die Versicherung beinhaltet in der Regel Mindestwartezeiten von drei Monaten, bei manchen Anbietern sind es mitunter auch 6 Monate. Wenn ein Streitfall auftritt, ist es also bereits zu spät, sich um eine passende Rechtsschutzversicherung zu kümmern.

Passend ist eine Rechtsschutzversicherung dann, wenn sie auf den Versicherungsnehmer möglichst gut zugeschnitten ist. Dies lässt sich erreichen, indem man sich aus der Angebotspalette der Versicherer ein Rechtsschutz-Paket zusammenstellt, das die individuell am wichtigsten erscheinenden Bereich abdeckt.

Die einzelnen Pakete sollte man fortlaufend der Lebenssituation anpassen

Denn Rechtsschutz funktioniert nach dem Prinzip eines Baukastens. Was genau gewünscht wird, bleibt dem persönlichen Bedarf und Nutzen überlassen. So bezahlt man als Versicherungsnehmer nicht für eine Versicherung, die man letztlich nicht brauchen kann, weil in diesem Lebensbereich ein Streitfall unwahrscheinlich oder unmöglich ist. Die absolut optimale Rechtsschutzversicherung gibt es aber nicht, denn alle Rechtsfälle lassen sich nicht abdecken.

Fest steht allerdings, es gibt eine Vielzahl von Angeboten. Arbeitnehmer sind mit einer Arbeitsrechtsschutzversicherung gut abgesichert. Diese versichert gegen alle Streitigkeiten aus dem Arbeitsbereich wie ungerechtfertigten Arbeitszeugnissen, Kündigung oder ausstehenden Lohn- und Gehaltszahlungen. Besitzer von Immobilien sollten über den Abschluss einer Wohnungs- oder Hausrechtsschutzversicherung nachdenken, die auch bei Streitereien unter Nachbarn greift.

Policen für Angestellte, Mieter, Immobilienbesitzer, Selbstständige und mehr

Vermieter können sich gegen Mietnomaden versichern und erhalten so Rückhalt zum Einklagen von fälligen Mietzahlungen. Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung ist sinnvoll, wenn ein Kraftfahrzeug vorhanden ist. Firmen sollten mit Versicherungen vorsorgen, welche die gewerblich genutzten Räume absichern und im strafrechtlichen Bereich eingreifen. Nicht jeder Anbieter hat alle Formen des Rechtsschutzes im Repertoire. Wer wert auf eine bestimmte außergewöhnliche Versicherung legt, sollte sich vorher bei den Versicherungen erkundigen, ob das gewünschte Modul zur Verfügung steht.

Beim Abschluss sollte bedacht werden, ob eine Selbstbeteiligung Sinn macht. Diese senkt den monatlichen Beitrag, bedingt aber auch, dass im Schadensfall von der Versicherung nur der Betrag übernommen wird, der über die Selbstbeteiligung hinausgeht. Bei einem Schaden in Höhe von 1.000 Euro und einer Selbstbeteiligung von 150 Euro übernimmt die Versicherung also 850 Euro. Je höher der Betrag für die Selbstbeteiligung ist, desto niedriger fällt der Beitrag der Versicherung aus.

Rechtschutz für die gesamte Familie

Weiterhin entscheidend für die Kosten ist, ob Sondertarife in Anspruch genommen werden können und ob es sich um eine Einzelpolice für eine Person handelt oder der Versicherungsschutz für eine ganze Familie gilt. Die Höhe der Deckungssumme fließt auch in den Beitrag ein. Anbieter locken oft mit Rabatten, wenn man langfristige Verträge bei ihnen abschließt, doch dann ist ein Wechsel nicht oder nur schwierig möglich und günstigere Angebote können nicht genutzt werden. Und sollte ein Modul der Versicherung unnütz werden, weil jemand sich Eigentum anschafft und keinen Mietrechtsschutz mehr benötigt, kann man diese nicht einfach aufkündigen, da man an den Vertrag gebunden ist.

Vorsicht bei langer Laufzeit der Versicherung

Bei Laufzeiten von nur einem Jahr ist jedes Jahr im November eine Kündigung beim aktuellen Anbieter möglich, um die Versicherung zu wechseln. Im Internet helfen Vergleichsseiten dabei, die Vielzahl an unterschiedlichen Anbietern miteinander zu vergleichen und den richtigen Versicherungsschutz zu finden.

Allgemein gilt, dass auch eine Rechtsschutzversicherung nur dann helfen kann, wenn der Versicherungsnehmer Aussicht auf Erfolg im Streitfall sieht. Denn im Schuldfall muss er die Kosten für Gericht und Rechtsberatung selber tragen, da die Versicherung dann nicht zahlt.


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Kommentare

  1. Werner M. meint:

    Das mit der fortlaufenden Aktualisierung ist ein wichtiger Punkt, den die meisten Kunden vergessen.

    Ich selbst habe mich schon vor einer ganzen Weile selbständig gemacht, habe aber immer noch einen Baustein für Angestellte in meinem Paket. Der Artikel hat mich daran erinnert, dass ich diesen dringend einmal kündigen oder umwandeln sollte.

    Denn somit gibt man unnötig Geld aus, und ist im Zweifelsfall möglicherweise sogar nicht einmal so wie gedacht abgesichert.

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