
Da Immobiliendarlehen in Schweizer Franken weiterhin günstigere Konditionen aufweisen als entsprechende Euro-Kredite, spielen etliche Bauherren mit dem Gedanken, ihre Immobilie mit einem Kredit in Schweizer Franken zu finanzieren.
Doch ist das heute noch sinnvoll? Welche Alternativen gibt es zum Immobiliendarlehen in Schweizer Franken? Fragen, die sich jeder Interessent rechtzeitig beantworten sollte, will er nicht unkalkulierbare Risiken eingehen.
Funktionsweise eines Darlehens in Schweizer Franken mit Blick auf die aktuelle Lage
Zu Beginn nimmt der Kreditnehmer ein Darlehen in Schweizer Franken auf. Das Kreditinstitut tauscht die Schweizer Franken sofort in Euro um und stellt dem Kunden diesen Euro-Betrag zwecks Bezahlung seiner Immobilie zur Verfügung.
Für die vereinbarten Darlehensraten in Form von Zinsen und Tilgung hat der Kreditnehmer den Gegenwert des Betrages in Schweizer Franken der Bank rechtzeitig zu den Zahlungsterminen in Euro zu überweisen. Ändert sich der Währungskurs zu den Stichtagen der Rückzahlung, so ändert sich auch die Höhe der Darlehensraten in Euro.
Ein Rechenbeispiel
Ein Beispiel aus der Praxis soll dies verdeutlichen: Hat ein Kreditnehmer im Jahre 2008 für einen Immobiliendarlehensbedarf in Höhe von 300.000 Euro einen Schweizer Franken Kredit von ca. 480.000 Schweizer Franken aufgenommen, da der Gegenwert des Euro seinerzeit noch etwa 1,60 Schweizer Franken war, so belief sich die monatliche Darlehensrate bei 1 Prozent Tilgung und 2 Prozent Zinsen auf 750 Euro oder 1.200 Schweizer Franken.
Da infolge der Verschuldungskrise der Euro-Länder der Gegenwert des Schweizer Franken erheblich gestiegen ist, muss der betreffende Kreditnehmer für die 1.200 Schweizer Franken nunmehr monatlich etwa 968 Euro aufbringen. Das sind rund 29 Prozent mehr, weil der Wert des Euro jetzt nur noch 1,24 Schweizer Franken beträgt (Stand: 15.11.2011).
Wer meint, er könne als Betroffener seinen Fremdwährungskredit schnell in Euro umschulden, wird momentan einen herben Währungsverlust erleiden, der die bisherige Zinsersparnis von vielleicht 2 Prozentpunkten bei weitem übertrifft.
In der Regel keine gute Option
Als Fazit bleibt festzuhalten, dass sich Immobiliendarlehen und andere Kredite in Schweizer Franken für Privatpersonen aus dem Euro-Raum in der Regel nicht lohnen. Denn außer einem hohen, nicht vorhersehbaren Währungsrisiko fallen bei Fremdwährungskrediten normalerweise relativ hohe Nebenkosten und Gebühren an.
Angesichts der zur Zeit noch historisch niedrigen Baukreditzinsen in Deutschland stellt sich somit die Frage nach preisgünstigen Alternativen zum Immobiliendarlehen in Schweizer Franken.
Alternativen zum Immobiliendarlehen in Schweizer Franken
Wer erst in einigen Jahren seinen bestehenden Immobilienkredit umschulden kann, sollte sich die derzeit günstigen Baukreditzinsen durch ein sogenanntes Forward-Darlehen sichern. Dies ist bis zu einem Zeitraum von 5 Jahren gegen eine monatliche Reservierungsprämie von etwa 0,03 % möglich.
So sind Sollzinssätze von 4 bis 5 Prozent bei einem Zinsfestschreibungszeitraum von 10 Jahren noch möglich. Eine weitere Alternative ist die Vereinbarung eines Zins-Cap-Darlehens. Bei einem derartigen Darlehen bleibt der Zinssatz jederzeit veränderbar, jedoch nicht über eine vorher vereinbarte Obergrenze hinaus.
Forward- oder Vario-Darlehen
Es eignet sich insbesondere für Kreditnehmer, die später Sondertilgungen leisten möchten. Wer sich nicht an lange Zinsfestschreibungen binden will, kann auch sogenannte Vario-Darlehen wählen. Hierbei wird der Sollzinssatz halbjährlich an den dann gültigen europäischen Geldmarktzins angepasst. Bei den erwähnten Alternativen tritt kein Währungsrisiko auf, da sie in Euro abgeschlossen werden.

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